h_line.gif (79 Byte)



Qualitätsmanagementsysteme:
ISO 9000 - EN 46000 - CE-Kennzeichnung

In der weltweiten Entwicklung der Anforderungen an Medizinprodukte ist erkennbar, dass die Einführung von Qualitätssicherungssystemem zunehmend gefordert wird. Es ist kein Geheimnis, dass ein geeignetes Qualitätssicherungssystem, welches in allen relevanten Stadien eingeführt und wirksam ist, ein wichtiger Faktor für den Erhalt und die Verbesserung der Sicherheit und Funktion der Produkte sein kann.

Jedoch glauben viele Hersteller, dass nur ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 der Schlüssel zur CE-Kennzeichnung ist. Diese Auffassung ist nicht richtig. Die Normenreihe ISO 9000 ist der verbreitetste und bekannteste Weg für die Organisation eines Qualitätsmanagementsystems. In Kombination mit der EN ISO 13485/88 und denLeitfäden EN 724 bzw. EN 50103, die harmonisierte Europäische Normen sind, ist diese Möglichkeit auch sicherlich in Betracht zu ziehen. Doch dies ist nicht der einzige Weg, die Übereinstimmung mit den Forderungen der MDD zu belegen.

Die MDD fordert vom Hersteller die Aufrechterhaltung eines produktbezogenen, angemessenen und wirksamen Qualitätssicherungssystems. Die Anwendung des Qualitätssicherungssystems muss sicherstellen, dass die Produkte den Forderungen der MDD entsprechen. Alle Einzelheiten, Anforderungen und Vorkehrungen, die der Hersteller seinem Qualitätssicherungssystem zu Grunde legt, müssen in eine systematisch geführte und nach Strategien und schriftlichen Verfahrensanweisungen geordnete Dokumentation, beispielsweise in Form von Programmen, Plänen, Handbüchern und Aufzeichnungen zur Qualitätssicherung, aufgenommen werden.

Die MDD gibt dem Hersteller mehr Flexibilität in der Organisation seines Unternehmens gemäß den Anforderungen durch Unternehmensgröße, sozialem Umfeld, Landeskultur und Art der Produkte, als es die ISO 9001 in ihrer scheinbar starren Struktur erlaubt. Andererseits erfüllt die ISO 9001 selbst in Verbindung mit den zusätzlichen Anforderungen der EN ISO 13485/88 und unter Berücksichtigung der EN 724 bzw. EN 50103 nicht alle Anforderungen der MDD. Diese beinhalten unter anderem:

  • Technische Dokumentation
  • Bezug zu den Grundlegenden Anforderungen gemäß Anhang I der MDD
  • Information über harmonisierte Normen und Vorschriften für Medizinprodukte
  • Risikoanalyse
  • Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung
  • unterschiedliche Sprachen
  • Gewinnung von Erfahrung aus der Vermarktungsphase (Post-Marketing Surveillance)
  • Beobachtungs- und Meldesystem (Vigilance)
  • Aufbewahrung von bestimmten Dokumenten

Es ist die Aufgabe der Benannten Stelle, die Unternehmenskultur des Herstellers zu verstehen und zu beurteilen, ob das Qualitätssicherungssystem den Mindestanforderungen der MDD entspricht sowie bestehende Schwachpunkte oder Abweichungen aufzuzeigen.

Obwohl die Normen ISO 9001/2/3 aus dem Jahr 1994 inzwischen durch die ISO 9001:2000 ersetzt wurden, bilden sie weiterhin die Grundlage für die harmonisierten Normen EN ISO 13485/88 und EN 46003. Die EN ISO 13485:2003, welche weitergehend auf der ISO 9001:2000 basiert, wurde im Juni 2003 angenommen und im November 2003 in Deutschland, national als DIN EN ISO 13485:2003 veröffentlicht. Diese Norm hat im Gegensatz zu EN ISO 13485/88 aus dem Jahr 2000 einen eigenständigen Inhalt ohne Verweise auf ISO 9001 und weicht teilweise von den Vorgaben der ISO 9001:2000 ab. Die EN ISO 13485:2003 ist eine harmonisierte Norm und die Normen EN ISO 13485 und 13488 aus 2000 waren noch bis zu ihrer Zurückziehung Mitte 2006 gleichwertig als harmonisierte Normen anwendbar.

 

mdc medical device certification GmbH, Kriegerstraße 6, 70191 Stuttgart, Germany
Telefon: +49-(0)711 253597-0; Fax: +49-(0)711 253597-10; e-mail: mdc@mdc-ce.de

Last updated: 2010-04-21

© mdc medical device certification GmbH / Impressum