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Qualitätssicherungssysteme: ISO 9000 - EN 46000 - CE-Kennzeichnung

In der weltweiten Entwicklung der Anforderungen an Medizinprodukte einschließlich der In-vitro-Diagnostika ist erkennbar, dass die Einführung von Qualitätssicherungssystem zunehmend gefordert wird. Es ist auch kein Geheimnis, dass ein geeignetes Qualitätssystem, welches in allen relevanten Stadien eingeführt und wirksam ist, ein wichtiger Faktor für den Erhalt und die Verbesserung der Sicherheit und Funktion der Produkte sein kann.

Jedoch glauben viele Hersteller, dass nur ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 der Schlüssel zur CE-Kennzeichnung ist. Diese Auffassung ist nicht richtig. Die Normenreihe ISO 9000 ist der verbreitetste und bekannteste Weg für die Organisation eines Qualitätsmanagementsystems. In Kombination mit der EN 46003 und dem Leitfaden EN 928, der die ISO 9001 beinhaltet und eine harmonisierte Europäische Norm ist, ist diese Möglichkeit auch sicherlich in Betracht zu ziehen. Doch dies ist nicht der einzige Weg, die Übereinstimmung mit den Forderungen der IVDD zu belegen.

Die IVDD erfordert vom Hersteller die Aufrechterhaltung eines produktbezogenen, angemessenen und wirksamen Qualitätssicherungssystem. Die Anwendung des Qualitätssicherungssystems muss sicherstellen, dass die Produkte den Forderungen der IVDD entsprechen. Alle Einzelheiten, Anforderungen und Vorkehrungen, die der Hersteller seinem Qualitätssicherungssystem zu Grunde legt, müssen in eine systematisch geführte und nach Strategien und schriftlichen Verfahrensanweisungen geordnete Dokumentation, beispielsweise in Form von Programmen, Plänen, Handbüchern und Aufzeichnungen zur Qualitätssicherung, aufgenommen werden.

Die IVDD gibt dem Hersteller mehr Flexibilität in der Organisation seines Unternehmens gemäß den Anforderungen durch Unternehmensgröße, sozialem Umfeld, Ladeskultur und Art der Produkte, als es die ISO 9001 in ihrer festgelegten starren Struktur scheinbar erlaubt. Andererseits erfüllt selbst die ISO 9001 in Verbindung mit den zusätzlichen Anforderungen der EN 46003 unter Berücksichtigung der EN 928 nicht alle Anforderungen der IVDD. Diese beinhalten unter anderem:

  • Technische Dokumentation

  • Bezug zu den Grundlegenden Anforderungen gemäß Anhang I der IVDD

  • Information über harmonisierte Normen, Gemeinsame Technische Spezifikationen und Vorschriften für IVDs

  • Risikoanalyse

  • Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung

  • unterschiedliche Sprachen

  • Gewinnung von Erfahrung aus der Vermarktungsphase (Post-Marketing Surveillance)

  • Beobachtungs- und Meldesystem (Vigilance)

  • Aufbewahrung von bestimmten Dokumenten

 

Es ist die Aufgabe der Benannten Stelle, die Unternehmenskultur des Herstllers zu verstehen und zu beurteilen, ob das Qualitätssicherungssystem den Mindestanforderungen des IVDD entspricht sowie bestehende Schwachpunkte oder Abweichungen aufzuzeigen.

Die Normen ISO 9001/2/3 wurden im Dezember 2000 mit einer Übergangsfrist von 3 Jahren durch die ISO 9001:2000 ersetzt. Die bisherigen Normen bilden jedoch weiterhin die Grundlage für die EN 46003 bzw. die nahezu inhaltsgleiche EN ISO 13485/88. Die Normen ISO 13485:2000 und ISO 13488:2000 wurden durch die ISO 13485:2003 ersetzt, welche auf der ISO 9001:2000 basiert. Die ISO 13485:2003 hat einen eigenständigen Inhalt und weicht teilweise von den Vorgaben der ISO 9001:2000 ab. Die Normen ISO 13485:2000 und ISO 13488:2000 werden zum 31.07.2006 ungültig, während die EN 46003 und die ISO 13485:2003 weiterhin gelten.




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Last updated: 2010-04-21

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